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Überfällig: Schiedsrichterin pfeift FIFA-Spiel der Männer

Nach Bibiana Steinhaus in der Bundesliga und Stephanie Frappart als erste Schiedsrichterin in der Champions League, kommt nun also erstmals bei einem von der FIFA organisierten Spiel eine Frau zum Einsatz. Ein längst überfälliger Schritt.

„Ein Traum, der wahr wird“, sagt Edina Alves als sie erfährt, dass sie im Schiedsrichter*innen-Aufgebot für die anstehende Klub-WM ist. Nach Bibiana Steinhaus in der Bundesliga und Stephanie Frappart als erste Schiedsrichterin in der Champions League, kommt nun also erstmals bei einem von der FIFA organisierten Spiel eine Frau zum Einsatz. Ein längst überfälliger Schritt.

„Für mich ist nichts vom Himmel gefallen…, ich habe sehr hart gearbeitet, um mich auf den Tag vorzubereiten, an dem ich solch eine Chance bekomme.“
Edina Alves hat sich diese Nominierung wahrlich verdient. Aufgewachsen im brasilianischen Goioere, spielte sie dort jahrelang Futsal, da es keinen professionellen Frauenfußball gab. Als sie 1999 dann gebeten wird, bei einem Amateurspiel, als Linienrichterin einzuspringen ist ihre Liebe für das Schiedsrichtertum entfacht.

Geboren war der Traum, Profi-Schiedsrichterin zu werden. Seit 2014 ist sie nun Vollzeit-Referee und hat inzwischen dutzende Spiele in der ersten und zweiten Liga Brasiliens gepfiffen. Im Frauenfußball zählt sie zu den absoluten Spitzenleuten und stach besonders 2019, durch ihre Leistung im hitzigen WM-Halbfinale USA-England hervor. Nun darf sie also bei der Klub-WM in Katar ihr Können beweisen. Die FIFA und Alves senden damit ein wichtiges Zeichen für alle Frauen, die selbst einmal Schiedsrichterin werden wollen.

Edina Alves gehört mit dieser Nominierung nun einer kleinen Gruppe an Schiedsrichterinnen an, die Pionierarbeit geleistet haben. So hat etwa Bibiana Steinhaus in Deutschland, durch jahrelange gute Arbeit in der 3. und 2. Liga, sich 2017 einen Platz als Bundesligaschiedsrichterin erkämpft. Damit war sie die erste Schiedsrichterin in einer der Top-Ligen der Welt. In der vergangenen Champions-League-Saison wurde, mit der Französin Stephanie Frappart auch endlich eine Frau in der Königsklasse eingesetzt. Schritt für Schritt scheint sich also ein Wandel in der Männerdomäne Spitzenfußball einzustellen.

Und warum auch nicht? Die Bedenken gegenüber Frauen als Schiedsrichterinnen sind komplett haltlos. Das Geschlecht spielt weder bei der nötigen Fitness, noch beim Spielverständnis eine Rolle, das haben die vorher genannten Frauen oft genug bewiesen. Man kann Edina Alves also nur viel Erfolg für die Klub-WM wünschen, damit sie mit ihrer Leistung mehr junge Frauen für das Schiedsrichtertum begeistern kann und wir es in Zukunft als Selbstverständlichkeit betrachten, dass Schiedsrichterinnen im Männerfußball eingesetzt werden.

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