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Löw-Alternativlos?

Jogi Löw bleibt Trainer der Nationalmannschaft. Aber gab es denn überhaupt Alternativen? Wir haben uns 4 Kandidaten mal näher angesehen.

Jogi Löw bleibt Trainer der Nationalmannschaft. Aber gab es denn überhaupt Alternativen? Wir haben uns 4 Kandidaten mal näher angesehen.

Viele Fürsprecher dürfte Jogi Löw in Deutschland nicht mehr haben. Zu seinem Vorteil, dürften sich die Übriggebliebenen aber alle in der DFB-Zentrale versammelt haben. Aber gab es denn überhaupt Alternativen zum Bundestrainer? Attraktiv wäre der Posten allemal. Selten hatte man ein so großes Spielerpotenzial zur Verfügung und konnte innerhalb von zwei Jahren eine EM und WM mitnehmen. Wir schauen uns vier Kandidaten an, die durchaus eine realistische Option gewesen wären oder eine zumindest Überlegung für die Zukunft wert wären.

Christian Streich – SC Freiburg:

Der zurzeit längstdienende Coach der Bundesliga, sitzt nicht ohne Grund schon seit 2012 fest im Sattel der Breisgauer. Dort hat er schon alles erlebt, Abstieg, Aufstieg, Europa-League Qualifikation, etc. Der Mann kann also mit Krisen umgehen. Sein größtes Plus ist aber wohl die menschliche Komponente. Es gibt wohl kaum einen Spieler, der unter ihm trainiert hat und ein schlechtes Wort über ihn verliert. Legendär sind natürlich auch seine Pressekonferenzen. Gerade seine charmante aber doch prägnante schwäbische Art, könnte dem DFB-Team wieder viel zurückgeben, was sie in den letzten Jahren durch Marketingexperimente wie DIE MANNSCHAFT oder #ZSMN verloren haben. Integrität und eine positive Unperfektheit. Gegen ihn spricht natürlich, dass er bis dato noch keinen Top-Klub geleitet hat und damit das Management mit Topstars noch nicht zu seinen Aufgabenbereichen gehörte. Jedoch hat auch Löw nie einen Top-Klub trainiert, also kein Ausschlusskriterium. Ob Streich seine eigene Wohlfühloase Freiburg für die kriselnde DFB-Mannschaft verlassen würde, darf aber doch stark bezweifelt werden, ganz ungeachtet der Vertragsverlängerung im Sommer.

Stefan Kuntz – U21 Nationalmannschaft

Der Kandidat mit DFB-Stallgeruch hat natürlich den Vorteil die Abläufe bei der Nationalmannschaft schon genau zu kennen, auch wenn es „nur“ die U21 ist. Kuntz weiß also, dass ein großer Teil des Jobs auch das Scouting der Spieler betrifft und wie man in kürzester Zeit aus einem Haufen Individualisten, eine Einheit formt. Das er das kann hat er mit dem EM-Titel 2017 durchaus bewiesen. Und da es ja gerade die Devise der Nationalmannschaft ist, die Mannschaft zu verjüngen würde es durchaus Sinn machen, einen Mann zu holen der weiß wie man mit der nachwachsenden Generation umgeht. Kuntz gilt als „Menschenfänger“ und wird von den Spielern mehr als nur als Trainer geschätzt, viele sehen ihn ihm einen Mentor und eine Vaterfigur. Fraglich auch bei ihm wie Kuntz mit gestandenen Nationalspielern Neuer oder Kroos umgehen kann. Problem bei Kuntz, er hat schon öffentlich bekanntgegeben, keine Ambitionen auf den DFB-Trainerposten zu hegen. Angenommen Löw tritt nach dem Europameisterschaft aber zurück, wäre Kuntz einer der heißesten Tipps auf den Cheftrainerposten.

Ralf Rangnick – vereinslos

Der lange beim AC Milan als Sportdirektor gehandelte Ralf Rangnick wäre eine interessante Option. Gerade auch weil er im Moment einer der wenigen Top-Namen ist, die ohne Job sind. Rangnick könnte also jederzeit starten und müsste nicht bis Sommer warten um die Mannschaft zu übernehmen. Außerdem ist Rangnick einer der Namen die den RedBull-Fußball maßgeblich mitgeprägt haben, der derzeit in vielen Clubs Europas versucht wird zu kopieren und auch von den Spielertypen gut zur Nationalmannschaft passen würde. Mit Spielern wie Timo Werner, Leroy Sane und Serge Gnabry wären genau die schnellen Spieler zur Verfügung, die auch in Rangnicks System immer gefordert sind. Auf einen möglichen Job als Bundestrainer hat Rangnick zwar in der Vergangenheit öfter mal verärgert reagiert, „es gehöre sich nicht immer wieder darüber zu reden“, war nur eine seiner Äußerungen, komplett ausgeschlossen hat er die Stelle aber nicht. „Grundsätzlich ist das Amt des Bundestrainers für keinen deutschen Trainer ein Amt, das ihn nicht interessiert“, sagte er etwa im Doppelpass. Rangnick wäre also bei einer möglichen Entlassung Löws, in der Zukunft einer der realistischsten Kandidaten, mit dem Vorteil sofort einsatzbereit zu sein.

Arsene Wenger – vereinslos

Vielleicht der überraschendste Kandidat in unserer Liste, ist der langjährige Arsenal-Coach. Wenn man sich die Personalie aber einmal genauer ansieht, spricht doch sehr vieles dafür den Franzosen zumindest in Erwägung zu ziehen. Zum einen bringt er aus seiner Zeit bei Arsenal, ein Füllhorn aus Erfahrung mit. Der Mann hat schließlich Spieler wie Henry und Vieira zu Weltstars gemacht und die Invincibles gecoacht. Die Art wie Wenger gerne Fußball spielen lässt, würde dem vorhandenen Spielermaterial ebenfalls entgegenkommen, sind doch zum großen Teil Spieler da, die schnelles Kombinationsspiel auch in ihren Vereinen pflegen. Der Elsässer wäre zwar der erste Nationaltrainer, der selbst kein Deutscher ist, eine Sprachbarriere gibt es aber nicht, schließlich spricht Wenger neben Französisch, Italienisch, Spanisch und Japanisch auch exzellent Deutsch. Klar, eine Verjüngung auf der Trainerposition wäre es nicht unbedingt aber mit Wenger würde man sich eine Menge Erfahrung holen und einen Mann der es versteht wie man junge Talente fördert.

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